Der folgende Artikel wurde von Manfred Lehmann für die STADTSPIEGEL-Serie „Kauf lokal“ verfasst und am 01.04.2015 in der gedruckten Fassung dort veröffentlicht.
Eine Zusammenfassung des gesamten Artikels finden Sie an dieser Stelle.

Vorwort:

Aufgrund der Länge des Artikels erfolgte, entgegen den zuvor mitgeteilten Planungen, bedauerlicherweise keine zeitgleiche Veröffentlichung mit den Statements anderer Bewerber für das Bürgermeisteramt.
Anders als in vergleichbaren Fällen kam es leider auch nicht zu einer Veröffentlichung auf den Internetseiten des Stadtspiegels.
Für alle, denen das Thema „Wirtschaft“ in Hattingen am Herzen liegt, haben wir den Artikel hier noch einmal strukturiert wiedergeben.

Den lokalen Handel fördern – eine Aufgabe für uns alle.

Hattinger lieben ihre Stadt. Und sie kaufen hier ein. Das gilt für Hattingen Mitte genauso wie für die Stadtteile und die gewachsenen Stadtviertel. Das ist gut so. Denn ein aktiver Einzelhandel mit inhabergeführten Geschäften und lebendigen Wochenmärkten gehört untrennbar zu einer Stadt, in der man sich wohlfühlen kann.

Der Handel kann aber nicht als schöne Fassade Stadtbild und Lebensqualität fördern, wenn die Kunden die Waren des täglichen Lebens im Internet kaufen. Wirtschaftsförderung vor Ort und Unterstützung für den Hattinger Handel gehen uns alle an: als Bürger und als Käufer. Die Aktion „Kauf lokal“ hilft dabei auf hervorragende Weise, weil sie die Situation des lokalen Handels deutlich macht und jeder Bürgerin und jedem Bürger zeigt: Es ist ganz einfach, etwas für Hattingen zu tun – kaufen Sie lokal!

Als Bürgermeisterkandidat sehe ich mehrere Aufgaben, wenn es um die Stärkung des Handels geht. Dazu gehört eine aktive Wirtschaftsförderung, die dafür sorgt, dass ein attraktiver Mix an Einzelhandels- und Dienstleistungsangeboten erhalten bleibt. Aber es geht nicht ohne eine familienfreundliche Wohnungspolitik und Stadtentwicklung. Ziel ist es, Kaufkraft in der Stadt zu halten oder in die Stadt zu holen und gleichzeitig Flächen für Handel und Gewerbe bereit zu halten. Das gilt selbstverständlich auch für die Stadtteile.

Wirtschaftsförderung

Es gibt also eine Menge zu tun: Die Wirtschaft und den Handel vor Ort zu stärken gehört für mich zu den zentralen Aufgaben eines Bürgermeisters. Dafür habe ich mich bereits in den letzten 5 Jahren im Ausschuss für Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing stark gemacht.

Auch jetzt führe ich im Rahmen meiner Politik der Einladungen viele Gespräche mit Vertretern aus Handel und Gewerbe. Deshalb war für mich der erste Kontakt zur Niederlassung der IHK in Hattingen von besonderer Bedeutung. In dem Gespräch konnte ich die Anliegen aus Handel, Gewerbe und Industrie aus erster Hand erfahren und mit meinen eigenen Ideen zur Zukunft der Wirtschaft in unserer Stadt abgleichen.

Die Wirtschaftsförderung des Rathauses muss den Einzelhandel in Hattingen und in seinen Stadtteilen als Gesamtaufgabe im Blick haben. Dazu gehört, Zusammenhänge mit anderen Bereichen der kommunalen Entwicklung und der Kreisverwaltung aufzunehmen und zu vernetzen. In Hattingen wurde in der Vergangenheit schon gute Arbeit geleistet. Das gilt auch für das Stadtmarketing.

Stadtentwicklung

Mein zweites Ziel in diesem Zusammenhang ist die Stärkung unserer sozialen Stadt Hattingen als attraktiven Wohnort für alle Generationen und interessanten Standort für Unternehmen und Einzelhandel. Dafür bedarf es einer sensiblen Stadtentwicklung, die genügend Platz für preiswerten Wohnraum und wirtschaftliche Gewerbeflächen bietet.

Neue Unternehmen bieten neue Arbeitsplätze. Das zieht Bürgerinnen und Bürger an, die in dieser Stadt nicht nur arbeiten, sondern auch leben wollen. Das ist auch gut für den Einzelhandel in der Innenstadt und in den Stadtteilen. Wir brauchen also mehrere Dinge: Wohnquartiere, preiswerten Wohnraum und genügend Gewerbeflächen, die in Hattingen schon in absehbarer Zeit extrem knapp werden.

Die Anforderungen an Stadtplanung und Einzelhandel werden sich mit der fortschreitenden Alterung der Bevölkerung verändern. Wer nicht mehr so gut zu Fuß ist, braucht vor Ort die richtigen Angebote von Handel und Dienstleistungen, den Supermarkt und den Bäcker also genauso wie den Optiker und den Hörgeräteakustiker. Frühzeitig müssen wir uns auf diese Entwicklung vorbereiten und dafür gemeinsam mit den Handelsverbänden die Stadtteile stärken. Davon profitieren Hattinger Bürgerinnen und Bürger aller Altersgruppen, weil Arbeitsplätze gesichert werden und auch junge Familien gerne die wichtigsten Dinge des täglichen Lebens vor der Haustür erledigen.

Einkaufserlebnis Hattingen

Einkaufen in der eigenen Stadt hat weitere Vorteile. Im Ruhrgebiet sind die Menschen direkt, offen und freundlich. Wer vor Ort kauft, trifft seine Nachbarn; eine zwischenmenschliche Begegnung, die sich in keinem Onlineshop finden lässt – den neuesten Klatsch und Tratsch aus dem Stadtteil inklusive. In unserer Stadt gibt es auch noch den Einkauf in der Nachbarschaft, auf dem Bauernhof oder im kleinen Laden nebenan. Das reicht von den Stadtteilen neuerdings sogar bis in die Hattinger Fußgängerzone.

Der Stadtmarketingverein trägt mit Events und Aktionen zu einer weiteren Belebung unserer Stadt und des Handels bei. Das zeigen die Besucherzahlen an verkaufsoffenen Sonn- oder Feiertagen oder bei unseren Stadtfesten. Ganz zu schweigen von unserem einmaligen Weihnachtsmarkt, der inzwischen weit über die Grenzen des Landes hinaus als einer der schönsten Treffpunkte in der Vorweihnachtszeit gilt.

Für die Weiterentwicklung dieser Konzepte gilt es, intensiv zuzuhören. Denn die Händler selbst und ihre Kunden haben oftmals die besten Ideen, wie das „Einkaufserlebnis Hattingen“ in der Region bekannt gemacht werden kann. Bei der Stadt ist vor allem aber auch der Bürgermeister in der Verantwortung.

Wie es nach meiner Auffassung weitergehen sollte….

Aus diesen Anforderungen ergeben sich nicht nur große politische Ziele, sondern auch ganz konkrete Herausforderungen. Verschiedene Projekte sind bereits auf dem Weg.
Das Projekt „Stadtumbau Historische Innenstadt“ muss jetzt kompetent und schnell umgesetzt werden. Die Stadtteile brauchen hohe Aufmerksamkeit. Mit dem Stadtumbau Welper muss es voran gehen. Viel zu lange mussten die Bürgerinnen und Bürger hier schon warten. In der Innenstadt dürfen Einkaufsbereiche wie die Kleine Weilstraße, der Steinhagen oder das Krämersdorf in ihrem Bemühen nicht allein gelassen werden. Gleiches gilt für die obere Heggerstraße.

Ideen, Anstrengungen und Begeisterung aus allen Stadtteilen sind gefragt, damit das Einkaufserlebnis, das wir in Hattingen noch an vielen Stellen zwischen kleinen Geschäften und gemütlichen Cafés finden, bewahrt bleibt.
Lassen Sie uns gemeinsam diesen Dreiklang vorantreiben – mit einer aktiven Wirtschaftspolitik holen wir Gewerbe und damit Arbeitsplätze in die Stadt, während Stadtplanung und Familienpolitik den Wohnort Hattingen stärken. Dabei hilft ein attraktiver Handel – und er profitiert im Gegenzug von dieser Entwicklung.

Gefragt ist dabei jede Bürgerin und jeder Bürger.
Bevor Sie das nächste Mal im Netz auf „Kaufen“ klicken, denken Sie doch einmal darüber nach, wie viel Ihnen das lebendige Stadtbild in Hattingen und seinen Stadtteilen bedeutet. Und dann gehen Sie los und sprechen mit dem Händler um die Ecke, der Ihnen sicher gerne behilflich ist und Sie persönlich, umfassend und fachkundig berät. Wenn wir verstärkt vor Ort einkaufen, unterstützen wir nicht nur den Handel, sondern die gesamte Entwicklung unserer schönen Stadt Hattingen!

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