Wir trommeln weiter dafür, dass der frisch renovierte Platz zwischen Kaufland und Bügeleisenhaus nach der Hattinger Silberschmiedin Emmy Roth benannt wird. Das darf man durchaus auch wörtlich nehmen.

Ein Platz, der seinen Namen noch sucht. Darauf einige plaudernde Menschen und zwei kleine Stände. Plötzlich ein metallisches Scheppern, welches schnell anschwillt und aus mehreren Ecken zugleich zu kommen scheint. Eine Gruppe überwiegend junger Menschen, welche rhythmisch auf silbernen Gegenständen herumtrommelt. Dann Schluss, erst einmal Stille, alles zurück auf Anfang und wieder in die Gespräche hinein.

Willkommen bei Emmy Roth.

Großaktion für den Emmy Roth-Platz

Trommeln auf Silber für Emmy Roth - sinngemäß

Trommeln auf Silber für Emmy Roth – sinngemäß

 

Am gestrigen Tag führten wir Jusos gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern rund um die Emmy Roth-Projektgruppe und ihrer Lehrerin Frau Nockemann eine große Infoveranstaltung durch. Unterstützt wurden wir dabei natürlich von der SPD Hattingen.

Einen anschaulichen Infostand hatten wir aufgebaut auf der Fläche zwischen Kaufland und Bügeleisenhaus. Die erst unlängst frisch gepflasterte Fläche dort ist noch namenlos – wir wollen mit das Zünglein an der Waage sein, damit dieser Platz zukünftig den Namen der jüdischen Hattinger Silberschmiedin Emmy Roth trägt.

An Anschauungsmaterial wurde von der Projektgruppe eine ganze Menge beigesteuert – was man halt so braucht, um einen Eindruck von Emmy Roth zu erhalten. Ein großes Plakat mit ihrem Konterfei, dazu viele weitere Aufnahmen ihrer Person, welche auf den Tischen auslagen. Diverse Kunst-Kataloge, in denen ihre Werke zu finden waren, standen neben exemplarischen silberfarbenen Gefäßen – um ja keinen Zweifel daran zu lassen, in welchem Berufsfeld Emmy Roth eine Pionier-Rolle zukam. Zudem waren noch unsere Flyer am Start, welche noch zusätzlich mit einer Portion echtem Silber angereichert wurden :D

Einen Film, welcher das Projekt des Religionskurses der Realschule Grünstraße dokumentierte, konnte man sich bei Bedarf ebenfalls ansehen. Die Arbeit, welche von den Schülerinnen und Schülern in dieses Projekt gesteckt wurde, ist beachtlich – einige Verwandte und Bekannte Emmy Roths wurden ausfindig gemacht, man forschte intensiv sowohl zu ihren Werken als auch zu ihrem Lebensweg. Für diese Arbeit erhielt das Projekt auch den ersten Preis bei der Verleihung des Dr.-Otto-Ruer-Preis 2016. Dieser soll an jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger erinnern, welche in der Nazi-Zeit gelitten haben. Gleichzeitig soll dieser aber auch die Leistungen dieser Menschen für unsere Gesellschaft betonen.

Eine kleine Fotostrecke zur gestrigen Aktion finden Sie hier:

Viel Presse-Interesse an der Person Emmy Roth

Es ist uns natürlich sehr angenehm aufgefallen, dass auch die hiesige Presse in vielerlei Gestalt vertreten war – von der WAZ über passionierte Heimat-Fotografen wie Holger Grosz bis hin zum Online-Nachrichtenmagazin “Ruhrkanalnews“. So waren die zuständige Lehrerin Frau Nockemann und unser Juso-Vorsitzender gut damit beschäftigt, neben den Aktionen auch links und rechts noch Interviews zu geben. Wir haben uns alle sehr gefreut und sind gespannt, wie es nun mit der Namensfindung um den Platz weitergehen wird.

Wer den Namen “Emmy Roth” übrigens nicht oft genug lesen kann oder sich noch weitere Informationen zu ihr wünscht, der liest sich beispielsweise dieses Dokument aus dem Hattinger Stadtarchiv durch. Oder er informiert sich auf der für das Projekt angelegten Facebook-Seite. Mit Sicherheit steht aber auch Frau Nockemann selbst bei konkreten Fragen gerne Rede und Antwort.

Fanden Sie die Aktion interessant und/oder informativ? Wünschen Sie sich noch weitere Infos? Wir freuen uns über Feedback :D

5 Kommentare
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    Ingo Schäfer sagte:

    Auf Frau Roth als Namensgeberin abzustellen, ist rückwärtsgerichtet. Mahnmale zur Judenvernichtung finden wir in ganz Deuschland, mit diesem käme nur noch ein weiteres hinzu. Man sollte jemanden wählen, der sich in jüngerer Zeit um Hattingen im sozialen Kontext verdient gemacht hat, z.B. der verstorbene Pfarrer Schoppmeier. Dies wäre mein Vorschlag: Pfarrer Schoppmeier-Platz.

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  2. Avatar
    Lars Friedrich sagte:

    Ich finde des schade, dass es augenscheinlich bis heute keinen breiten Konsens in Politik und Bürgerschaft gibt, wo man an Emmy Roth erinnert. Für die Sache wäre es gut, schnell eine Lösung zu finden, die mehrheitsfähig ist. Nur gemeinsam können wir als Gemeinschaft alles erreichen.

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    • SPD Hattingen
      SPD Hattingen sagte:

      Hallo Herr Friedrich, es stimmt, an diesem Punkt gehen die Vorstellungen leider nach wie vor auseinander. Gerade auch das Andenken an eine Person wie Emmy Roth sollte nicht in der Diskussion über den Platznamen “zerrieben” werden.

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